Strom mit dem Multimeter messen - so geht es sicher

Burkhard Fricke 30. Juli 2026
Digitales Multimeter mit roten und schwarzen Messleitungen, bereit, Ampere zu messen.

Inhaltsverzeichnis

Ein Gerät funktioniert nicht, obwohl Spannung anliegt, oder eine Sicherung löst unerwartet aus? Dann hilft oft nur eine Strommessung, denn erst der Wert in Ampere zeigt, wie viel elektrischer Strom tatsächlich fließt. Ich zeige, wie sich Strom mit einem Multimeter sicher messen lässt, welche Buchse und Einstellung passen, wann Gleich- oder Wechselstrom gewählt wird und warum eine Stromzange bei größeren Strömen oft die bessere Lösung ist.

Die wichtigsten Regeln für eine sichere Strommessung

  • Strom wird in Reihe mit dem Verbraucher gemessen, niemals parallel.
  • Die rote Leitung gehört je nach Messbereich in die A- oder mA-Buchse.
  • Bei unbekannter Stromstärke immer mit dem größten Messbereich beginnen.
  • Vor dem Umstecken der Messleitungen den Stromkreis spannungsfrei schalten.
  • Für Netzspannung, hohe Ströme und industrielle Anlagen braucht das Gerät eine passende CAT-Messkategorie.

Gelbes Multimeter misst Ampere. Die Messspitzen (5) berühren einen Draht, um den Strom zu messen.

Ampere mit dem Multimeter richtig messen

Ein Multimeter misst die Stromstärke nicht, indem es einfach an zwei beliebige Punkte gehalten wird. Es muss selbst Teil des Stromkreises werden. Dafür wird der Stromkreis geöffnet und das Messgerät so eingesetzt, dass der gesamte Strom durch seine interne Messschaltung fließt.

Die richtige Vorbereitung

  1. Schalten Sie die Spannungsquelle aus oder trennen Sie die Batterie.
  2. Öffnen Sie den Stromkreis an einer geeigneten Stelle.
  3. Stecken Sie die schwarze Messleitung in COM.
  4. Stecken Sie die rote Leitung zunächst in die A- oder 10-A-Buchse.
  5. Wählen Sie Gleichstrom DC bei Batterien und Elektronik oder Wechselstrom AC bei Wechselstromverbrauchern.
  6. Schalten Sie die Quelle wieder ein und lesen Sie den Messwert ab.

Bei einer 12-Volt-Batterie kann die Messung beispielsweise zwischen dem Pluspol und einem kleinen Verbraucher erfolgen. Zeigt das Gerät 0,35 A an, fließen 350 mA. Dieser Wert ist nur dann aussagekräftig, wenn der Verbraucher während der Messung tatsächlich unter seinen normalen Betriebsbedingungen arbeitet.

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Das Messgerät danach zurückstellen

Nach der Messung schalte ich das Multimeter zuerst auf Spannung oder aus und stecke die rote Leitung wieder in die V-Buchse. Das klingt nebensächlich, verhindert aber einen der häufigsten Fehler: Wer anschließend versehentlich eine Netzspannung misst, während die Leitung noch in der Strombuchse steckt, kann einen Kurzschluss erzeugen.

Messbereich, Buchsen und Stromart richtig auswählen

Multimeter besitzen meist getrennte Eingänge für kleine und größere Ströme. Die mA- oder µA-Buchse ist empfindlicher abgesichert, während die A-Buchse höhere Ströme verträgt. Entscheidend ist immer die Beschriftung des konkreten Geräts und seine Bedienungsanleitung, nicht die Erfahrung mit einem anderen Modell.

Messaufgabe Einstellung Typische Buchse
Batterie, Netzteil, Elektronik DC A, mA oder µA COM und mA/µA oder A
Wechselstromverbraucher AC A oder mA COM und A beziehungsweise mA
Unbekannter Strom Größter A-Bereich COM und Hochstrombuchse

Beginnen Sie bei unbekannten Werten mit dem höchsten verfügbaren Messbereich und schalten Sie erst danach herunter. So vermeiden Sie eine Überlastung der Gerätesicherung. Ein Messgerät mit einer 10-A-Buchse darf trotzdem nicht automatisch dauerhaft 10 A messen. Manche Modelle begrenzen die Messdauer im Hochstrombereich, etwa auf wenige Sekunden oder einige Dutzend Sekunden.

Ein negativer Wert bei Gleichstrom bedeutet normalerweise nicht, dass das Gerät defekt ist. Die Messleitungen sind lediglich vertauscht. Bei Wechselstrom muss außerdem die Anzeigeart passen. Ein einfaches Multimeter kann bei nicht sinusförmigen Strömen deutlich anders anzeigen als ein True-RMS-Gerät, das den echten Effektivwert auch bei verzerrten Signalformen besser erfasst.

Die häufigsten Fehler bei der Strommessung

Der gefährlichste Irrtum ist die Spannungsmessung mit einer Strommess-Einstellung. Eine Spannungsmessung erfolgt parallel, eine Strommessung in Reihe. Wird ein Multimeter im A-Bereich direkt an eine Spannungsquelle gehalten, überbrückt sein kleiner Innenwiderstand die Quelle nahezu.

  • Falsche Buchse: Die rote Leitung steckt noch in A, obwohl Spannung gemessen werden soll.
  • Falsche Stromart: DC wird bei Wechselstrom oder AC bei einer Batterie gewählt.
  • Zu kleiner Messbereich: Der Wert überschreitet den zulässigen Bereich oder die Sicherung löst aus.
  • Paralleler Anschluss: Das Gerät wird wie ein Spannungsmesser an Plus und Minus gehalten.
  • Zu lange Hochstrommessung: Messleitungen, Sicherung oder Gerät können sich erwärmen.

Bei Messungen an 230-Volt-Stromkreisen gelten strengere Anforderungen. Ich würde hier nur mit einem dafür zugelassenen Gerät, intakten Leitungen und passender CAT-III- oder CAT-IV-Kennzeichnung arbeiten. Wer nicht elektrotechnisch qualifiziert ist, sollte Verteilungen, Steckdosen und fest installierte Anlagen einer Elektrofachkraft überlassen.

Vor jeder Messung prüfe ich die Isolierung der Leitungen, die Stellung des Drehschalters und die Sicherung des Messgeräts. Schutzbrille und geeignete persönliche Schutzausrüstung sind bei offenen, spannungsführenden Stromkreisen keine übertriebene Vorsicht, sondern Teil eines sauberen Arbeitsablaufs.

Wann eine Stromzange die bessere Lösung ist

Eine Stromzange misst den Strom über das Magnetfeld eines einzelnen Leiters. Der Stromkreis muss dafür meist nicht geöffnet werden. Das ist bei Maschinen, Verteilungen und schwer zugänglichen Leitungen ein großer Sicherheits- und Komfortvorteil.

Messmethode Stärke Grenze
Multimeter in Reihe Sehr gut für kleine Ströme und Elektronik Stromkreis muss geöffnet werden
Stromzange Schnelle Messung ohne Unterbrechung Kleine Ströme oft weniger genau
Stromzange mit mA-Ausgang Verbindet Zangenmessung mit Multimeter Zange und Messgerät müssen zusammenpassen

Wichtig ist, dass die Zange nur einen einzelnen Leiter umschließt. Werden Hin- und Rückleiter gemeinsam erfasst, heben sich ihre Magnetfelder weitgehend auf und die Anzeige bleibt nahe null. Für kleine Ruheströme im Fahrzeug oder Messungen an Steuerungen ist dagegen das Multimeter oft genauer, sofern der Anschluss fachgerecht und abgesichert erfolgt.

So lassen sich Messwerte sinnvoll beurteilen

Ein Messwert ist erst im Vergleich brauchbar. Ein USB-Verbraucher mit 0,45 A bei 5 V benötigt ungefähr 2,25 W. Steigt der Strom bei gleicher Spannung deutlich an, kann das auf eine Überlastung, einen Defekt oder einen veränderten Betriebszustand hindeuten.

Bei Motoren, Pumpen und Kompressoren ist der Einschaltstrom häufig deutlich höher als der laufende Strom. Ein kurzer Spitzenwert bedeutet deshalb nicht automatisch einen Fehler. Für solche Anwendungen braucht man je nach Fragestellung eine Min-Max-Funktion, eine Stromzange mit Einschaltstrommessung oder ein Messgerät, das schnelle Änderungen zuverlässig erfasst.

Auch ein niedriger Wert kann täuschen. Wenn ein Gerät nur im Stand-by läuft, misst man nicht seine Nennleistung. Ich achte deshalb darauf, ob der Verbraucher gerade heizt, startet, schaltet oder unter Last arbeitet. Erst der Messwert unter dem relevanten Betriebszustand hilft bei der Fehlersuche wirklich weiter.

Der sichere Griff vor jeder Ampere-Messung

Meine kurze Routine lautet COM prüfen, Messbereich prüfen, Stromweg prüfen. Ist die Stromstärke unbekannt, beginne ich im höchsten Bereich, schalte vor jedem Umstecken spannungsfrei und verwende bei größeren oder schwer zugänglichen Leitern eine geeignete Stromzange. Damit wird aus einer schnellen Anzeige eine belastbare Messung, die bei Gebäudetechnik, Industrie und Elektronik tatsächlich weiterhilft.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Multimeter muss selbst Teil des Stromkreises werden, damit der gesamte Strom durch seine Messschaltung fließt. Dafür wird der Stromkreis geöffnet und das Gerät in den Stromweg eingesetzt. Eine direkte Verbindung mit Plus und Minus im A-Bereich kann einen Kurzschluss verursachen.

Die schwarze Leitung gehört in COM, die rote zunächst in die A- oder 10-A-Buchse. Beginnen Sie mit dem höchsten verfügbaren Messbereich und schalten Sie erst danach herunter. Vor dem Umstecken muss der Stromkreis spannungsfrei sein.

Bei Batterien, Netzteilen und elektronischen Schaltungen wählen Sie Gleichstrom DC. Für Wechselstromverbraucher ist Wechselstrom AC erforderlich. Bei nicht sinusförmigen Strömen kann ein True-RMS-Gerät den Effektivwert genauer erfassen.

Eine Stromzange eignet sich besonders für Maschinen, Verteilungen und schwer zugängliche Leitungen, weil der Stromkreis meist nicht geöffnet werden muss. Sie darf nur einen einzelnen Leiter umschließen. Hin- und Rückleiter gemeinsam zu erfassen kann die Magnetfelder weitgehend aufheben und eine Anzeige nahe null verursachen.

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Autor Burkhard Fricke
Burkhard Fricke
Mein Name ist Burkhard Fricke und ich bringe 13 Jahre Erfahrung in den Bereichen Gebäudetechnik, Industrie und Sicherheit mit. Diese Themen faszinieren mich, weil sie so grundlegend für unseren Alltag und unsere Arbeitswelt sind. Ich möchte dazu beitragen, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und Ihnen fundierte Informationen zu liefern, damit Sie die Entwicklungen und Herausforderungen in diesen wichtigen Sektoren besser einschätzen können. Dabei lege ich Wert darauf, stets aktuelle und praxistaugliche Inhalte aufzubereiten, die Ihnen wirklich weiterhelfen.

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